Manx TT SuperBike
Ein Arcade-Motorradrennspiel, das die Geschwindigkeit und die engen öffentlichen Straßen der Isle of Man TT auf den Sega Saturn bringt. Es vermittelt ein überzeugendes Gefühl für Gewicht und Tempo, wenngleich die überschaubare Streckenauswahl den Langzeitspaß dieser ansonsten fähigen Model-2-Umsetzung etwas einschränkt.
Beschreibung
Manx TT SuperBike versetzt den Spieler auf Strecken, die von der Isle of Man inspiriert wurden. Dörfer, Steinmauern, offene Küstenstraßen und verwinkelte Landwege lassen hier kaum Spielraum für Fehler. Es geht nicht um Meisterschaften oder eine professionelle Karriere, sondern um die reine Arcade-Herausforderung, ein leistungsstarkes Motorrad durch Kurven zu manövrieren, die jedes Zögern und unsauberes Lenken sofort bestrafen. Die Kulisse definiert den Charakter dieses Titels und ersetzt die weiten Pisten herkömmlicher Rennspiele durch eine Streckenführung, die sich eng, schnell und gefährlich anfühlt. Das Fahrverhalten belohnt präzise Schräglagen, dosiertes Bremsen und die richtige Linienwahl vor den Kurven. Die Arcade- und Saturn-Modi bieten Einzelspieler-Wettbewerbe, Zeitfahren, Training, Herausforderungen und einen Split-Screen-Modus für zwei Spieler. Während die Laxey Coast mit breiten Straßen und flüssigen Kurven für Einsteiger geeignet ist, erfordert der anspruchsvollere TT Course engere Passagen und schärfere Richtungswechsel. Der Saturn-Modus ergänzt das Spiel um eine Auswahl an Motorrädern mit unterschiedlichen Werten in Geschwindigkeit, Beschleunigung und Handling und erweitert die beiden Hauptstrecken um gespiegelte und umgekehrte Varianten. Durch den Abschluss der Herausforderungen lassen sich schnellere Superbikes freischalten, wobei als skurriles Extra nach dem härtesten Wettbewerb sogar ein Schaf als fahrbarer Untersatz wartet. Die Unterstützung für den analogen Controller von Sega ermöglicht zudem eine deutlich höhere Lenkpräzision als das Standard-Steuerkreuz. Das Spiel basiert auf dem Model-2-Automaten von Sega, der unter der Regie von Sega AM3 und AM4 für einen speziellen, auf Gewichtsverlagerung reagierenden Arcade-Schrank entwickelt wurde. Die Saturn-Umsetzung kann dieses haptische Erlebnis natürlich nicht vollständig replizieren, und auch bei Texturdetails und Bildrate sind Abstriche im Vergleich zur Arcade-Hardware erkennbar. Dennoch gelang es dem externen australischen Entwicklerstudio Tantalus Interactive, die essenzielle Geschwindigkeit und das Fahrgefühl erstaunlich kompetent auf die Konsole zu übertragen. Man kann den Titel als frühe 3D-Evolution von Hang-On und Super Hang-On betrachten, mit einer farbenfrohen Grafik und einer Spielstruktur, die an Sega Rally Championship und Daytona USA erinnert. Die zeitgenössische Fachpresse äußerte sich überwiegend positiv und lobte die Geschwindigkeit, das direkte Handling, den starken Zweispielermodus und die respektable Umsetzung des Arcade-Gefühls. Einzig der geringe Umfang – zwei Hauptkurse nebst Varianten – wurde als limitierend für einen Vollpreistitel empfunden. Nichtsdestotrotz bleibt es eine solide Konvertierung mit einem Spielprinzip, das auch heute noch überzeugt.
Datenblatt
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