Chuck Rock
Ein prähistorischer Side-Scrolling-Platformer, der die Höhlenmenschen-Komödie auf das portable System überträgt. Die Felsenrätsel und der bauchbetonte Kampfgeist bewahren die Persönlichkeit der Heimkonsolen-Versionen, wenngleich reduzierte Hintergründe, spärliche Musik und unzuverlässige Kollisionsabfragen die Ecken und Kanten der Portierung offenbaren.
Beschreibung
Chuck Rock begleitet den dickköpfigen, aber entschlossenen Protagonisten, nachdem der missgünstige Garry Gritter seine Frau entführt und in eine von Dinosauriern und prähistorischem Getier wimmelnde Wildnis verschleppt hat. Chuck jagt ihnen durch Dschungel, Sümpfe, Höhlen, eisige Gebirge und bizarrere organische Gefilde hinterher – dabei löst er jedes Hindernis mit roher körperlicher Gewalt statt mit Diplomatie. Es ist eine prähistorische Slapstick-Fantasie, die Höhlenmenschen, Saurier, riesige Insekten und häusliche Komik miteinander verwebt.
Chuck attackiert mit einem Bauchrammer auf kurze Distanz oder dem Sprungtritt. Lose Gesteinsbrocken lassen sich aufheben, tragen, auf Gegner schleudern, schützend über den Kopf halten oder als Hilfsmittel platzieren, um höher gelegene Plattformen zu erreichen. Schwerere Steine schränken Chucks Bewegungsgeschwindigkeit und Sprungkraft ein, weshalb ihre Positionierung zum integralen Teil der spielerischen Herausforderung wird. Die Game-Gear-Fassung unterteilt vier Hauptabschnitte in mehrere Sektionen, auf die jeweils Bosskämpfe folgen. Alternative Pfade, Proviant, Extraleben, Unterwasserpassagen und Umgebungsrätsel strecken dabei jeden Bereich. Ein Passwortsystem macht die Kampagne handlicher für den mobilen Gebrauch, während angepasste Layouts einige der unvorhersehbaren Gefahren entschärfen, die auf dem kleineren Bildschirm des Handhelds sonst zu Frust geführt hätten.
Nach den Ursprüngen auf Amiga und Atari ST war Chuck eines der frühen Maskottchen von Core Design, bevor Tomb Raider die Identität des Studios grundlegend wandelte. Diese Game-Gear-Umsetzung orientiert sich eng an der Master-System-Version und übernimmt deren Mechaniken sowie das Leveldesign, passt den Bildausschnitt jedoch an die geringere Auflösung von Segas Handheld an. Im Vergleich zur Master-System-Variante bietet sie zwar ein Passwortsystem und eine kompaktere Levelstruktur, opfert aber die atmosphärischen Hintergründe zugunsten schlichter schwarzer Flächen und verzichtet fast gänzlich auf Musik abseits des Intros. Das Ergebnis ist mechanisch vertraut und für das mobile Spiel geeignet, wirkt jedoch deutlich reduzierter als die Fassungen für das Mega Drive oder die Computerplattformen.
Die zeitgenössische Kritik lobte Animationen, Steuerung, Rätsel und die werktreue Umsetzung der großen Vorbilder. Spätere Analysen fielen kritischer aus und bemängelten ungenaue Kollisionsabfragen, die kurzreichweitigen Angriffe, das Fehlen musikalischer Untermalung, die leeren Hintergründe, aushebelbare Bosskämpfe sowie Situationen, in denen falsch platzierte Steine das Vorankommen blockieren können. Dennoch bleibt es eine spielbare, wenngleich ungleichmäßige Game-Gear-Adaption, die den Charme und die Tonalität des Originals bewahrt.
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