El Paso, Elsewhere

Ein gewaltsamer Abstieg in den Herzschmerz, verpackt als übernatürlicher Noir-Thriller. Dieser Shooter interpretiert Traditionen des Actionkinos als einen beichtartigen Abwärtsstrudel. Es geht hierbei ebenso sehr um Erinnerung, Reue und Abhängigkeit wie um Kugeln und Monster.

Beschreibung

El Paso, Elsewhere rückt James Savage in den Mittelpunkt, einen selbstzerstörerischen Vampirjäger, den es zurück in ein sich stetig wandelndes Motel in Texas zieht. Dort stellt er sich Draculae, seiner ehemaligen Geliebten, die mittlerweile zur Bedrohung für den Weltuntergang geworden ist. Was als Mission zur Rettung der Welt beginnt, entwickelt sich zügig zu einer zutiefst persönlichen Abrechnung; jeder Abstieg in die unmöglichen unterirdischen Ebenen des Motels spiegelt die Risse ihrer gemeinsamen Vergangenheit wider. Über fragmentierte Monologe und Audiologs verwebt das Narrativ Themen wie Sucht, Liebe und Verrat zu einer düsteren Meditation über toxische Bindungen. Der übernatürliche Rahmen, bevölkert von Vampiren, Werwölfen und Wesen aus dem Nichts, fungiert dabei sowohl als buchstäbliche Gefahr als auch als symbolische Erweiterung eines emotionalen Zusammenbruchs – eine Welt, in der Intimität und Zerstörung untrennbar miteinander verwoben sind.

Das Gameplay präsentiert sich als Third-Person-Shooter, der auf Geschwindigkeit, Präzision und Theatralik setzt. Durch ausgeprägte Slow-Motion-Mechaniken kann der Spieler springen, ausweichen und Schüsse in der Luft präzise platzieren – eine direkte Anlehnung an das Bullet-Time-Gameplay von Max Payne. Jeder Level fungiert als in sich geschlossene Begegnung innerhalb der verzerrten Geometrie des Motels, bei der es gilt, feindliche Kreaturen auszuschalten, Geiseln zu befreien und sich durch zerstörbare Umgebungen voller Waffen, Sprengstoff und Gefahrenquellen zu manövrieren. Das Arsenal reicht von konventionellen Schusswaffen bis hin zu improvisierten Werkzeugen wie heiligen Gegenständen, während die Bewegung auf eine flüssige Navigation durch vertikale Räume und enge Korridore ausgelegt ist. Die Gefechte sind bewusst dicht konzipiert und konfrontieren den Spieler häufig mit verschiedenen Gegnertypen gleichzeitig, was ständige Positionswechsel und eine aggressive Spielweise erfordert.

Das Spiel verortet sich offen in der Tradition von Max Payne und übernimmt dessen Zeitlupen-Sprünge, die Erzählweise durch interne Monologe sowie die Neo-Noir-Ästhetik. Diese Einflüsse werden jedoch durch eine Lo-Fi-Optik gefiltert, die an die Hardware der frühen 2000er Jahre erinnert. Mechanische Anleihen bei Quake und Hotline Miami zeigen sich im Fokus auf schnelle Neustarts und tödliche Begegnungen, während die wechselnden Räume und surrealen Zwischensequenzen an Control denken lassen. Im Gegensatz zu seinen Vorbildern legt das Spiel den Schwerpunkt auf die emotionale Erzählung und rahmt jedes Gefecht als weiteren Schritt in den persönlichen Abgrund ein, statt lediglich den Einsatz zu erhöhen. Es fungiert als bewusste Hommage, die vertraute Spielmechaniken für introspektive Zwecke rekontextualisiert.

Die Fachpresse nahm den Titel nach der Veröffentlichung weitgehend positiv auf, mit Wertungen im hohen siebziger bis niedrigen achtziger Bereich, was das Lob für Stil und erzählerischen Anspruch unterstreicht. Rezensenten hoben die Schreibweise, die Vertonung und die geschlossene Atmosphäre hervor, während einige die Schussmechanik eher als funktional denn als außergewöhnlich einstuften. Die bewusste Spielgeschwindigkeit und die ästhetischen Entscheidungen sind nicht jedermanns Sache. Dennoch ist es eine selbstbewusste Wiederbelebung klassischer Shooter-Sprache, die letztlich immer zu ihrem Kern zurückkehrt: dem Preis der Liebe zu etwas, das bereits verloren ist.

Datenblatt

Artikelname
  • El Paso, Elsewhere
Artikelcode
  • PPSA-21613
Artikelnummer
  • 5056635609007
Typ
Genre
Gebiet
Verpackung
Dokumentation
Entwickler
Verlag
Vertrieb
Medium
Spieler
Altersfreigabe
Startpreis
  • 59,95 AU$
Veröffentlichungsdatum
Hinzugefügt am
  • 19. Mai 2026