Basketball Nightmare
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Ein bizarrer, aber visuell beeindruckender 8-Bit-Sporttitel mit einer surrealen “Monster gegen Highschool-Schüler”-Prämisse, der als bemerkenswerte PAL-Exklusivveröffentlichung während des mittleren Lebenszyklus des Master Systems gilt.
Beschreibung
Mit Basketball Nightmare unternahm Sega den Versuch, eine ordentliche Portion Surrealismus in eine ansonsten standardmäßige 8-Bit-Sport-Engine zu injizieren. Das von Sega intern in Japan entwickelte und veröffentlichte Spiel erschien vornehmlich in PAL-Territorien (Europa und Australien) sowie Brasilien und ließ den US-Markt komplett aus. Es besticht durch eine eigenwillige und zugleich höchst kreative Ausrichtung, die sich von trockenen, unlizenzierten Profisport-Simulationen abwendet und stattdessen eine bizarre Geschichte erzählt. Man schlüpft in die Rolle des Kapitäns der Hometown High Basketballmannschaft, der in der Nacht vor dem “All-American Tournament” einschläft und sich in einer Reihe fiebriger Träume gegen Teams aus mythologischen Kreaturen behaupten muss.
Das Spielprinzip basiert auf 5-gegen-5 Arcade-Basketball über das gesamte Spielfeld, wobei eine leicht schräge Seitenansicht verwendet wird. In der Einzelspieler-Kampagne müssen sechs einzigartige Kreaturen-Teams besiegt werden, darunter Werwölfe, Zyklopen, Vampire, Hexen und japanische Kappa. Die Steuerung ist sehr simpel gehalten und nutzt ein Zwei-Tasten-Layout für Passen, Werfen und Steals. Ein besonderes Merkmal des Spiels ist die visuelle Gestaltung, die auf “Super Deformed”-Charaktersprites setzt und bei jedem erfolgreichen Dunk kinoreife Nahaufnahmen auslöst. Kurioserweise verzichtet der 2-Spieler-Modus komplett auf die Monsterteams und ersetzt sie durch normale internationale Mannschaften, wodurch dem Multiplayer-Erlebnis ein Großteil des eigentlichen Charmes geraubt wird.
Auf technischer Ebene zeugt die Entwicklung von Segas beachtlicher Optimierung der Master System-Hardware. Dies zeigt sich darin, dass das Spiel zehn unabhängige, farbenfrohe Sprites flüssig in acht Richtungen über das Feld bewegen kann, ohne nennenswertes Flackern oder Ruckeln – eine beachtliche Leistung für eine 8-Bit-Konsole im Jahr 1989. Die akustische Untermalung beschränkt sich jedoch auf ein einziges, schmerzhaft kurzes Musikstück, das während jedes Spiels in einer Endlosschleife läuft. Zudem ist die KI für ihr ausgeprägtes Rubber-Banding berüchtigt, was zu frustrierenden Schwierigkeitsspitzen führt, bei denen die CPU scheinbar mühelos punktet, ungeachtet der defensiven Positionierung des Spielers.
Bei seiner Veröffentlichung erhielt Basketball Nightmare eine durchwachsene, aber weitgehend wohlwollende Resonanz, die vor allem auf die einzigartige Ästhetik zurückzuführen war. Magazine lobten das flüssige Scrolling und den komödiantischen Reiz, gegen ein Team aus Werwölfen zu dunken, kritisierten jedoch häufig die flache Spielmechanik und den Mangel an Tiefe beim Team-Management. Unter PAL-Sammlern gilt der Titel heute als Kuriosum. Rückblickend betrachtet handelt es sich um ein mechanisch durchschnittliches Sportspiel, das durch ein phänomenal absurdes Konzept aufgewertet wird. Es ist einer der technisch solidesten, wenn auch vollkommen abgedrehten Basketball-Titel auf dieser Plattform.
Datenblatt
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