Baten Kaitos: Eternal Winds and the Lost Ocean
バテン・カイトス 終わらない翼と失われた海-
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Eine ätherische und künstlerisch eigenständige Rollenspiel-Reise, die taktische Kartenkämpfe mit einer detailverliebten, handgezeichneten Umgebung verbindet. Es stellt eine mechanische Abkehr von den klassischen rundenbasierten RPGs jener Ära dar und positioniert den Spieler nicht als Helden, sondern als Schutzgeist, der einen einflügeligen Jüngling durch eine Welt voller schwebender Inseln und aviärer Evolution führt.
Beschreibung
Baten Kaitos: Eternal Winds and the Lost Ocean ist ein bemerkenswertes Rollenspiel für den GameCube, das in einer Kooperation zwischen Monolith Soft und tri-Crescendo entstand. Anstatt direkt in die Rolle des Protagonisten Kalas zu schlüpfen, agiert der Spieler als Schutzgeist, der ihn auf seiner Reise begleitet. Dieser narrative Ansatz ermöglicht eine direkte Interaktion mit den Charakteren durch Antwortmöglichkeiten und durchbricht wiederholt die vierte Wand, wodurch man vom bloßen Beobachter zum aktiven Teil der Geschichte wird.
Das Spiel definiert sich vor allem durch sein markantes, kartenbasiertes Kampf- und Inventarsystem. Nahezu alle Objekte der Welt – von Waffen und Zaubern bis hin zu Nahrungsmitteln und handlungsrelevanten Gegenständen – sind in magischen Karten, den sogenannten Magnus, gebunden. Besonders faszinierend ist dabei der Umstand, dass diese Karten unter Nutzung der internen Uhr der Konsole in Echtzeit altern. So reift eine grüne Banane im Inventar zu einem effektiven Heilmittel heran, um bei weiterem Verstreichen der Zeit schließlich zu einem zweckentfremdeten Gift zu verrotten. Dies erfordert ein dynamisches Deck-Management, da sich das Inventar auch bei ausgeschalteter Konsole stetig wandelt.
Das Spiel erhielt international viel Anerkennung für seine ästhetisch anspruchsvollen, vorgerenderten Hintergründe und den mitreißenden Soundtrack von Motoi Sakuraba. Obwohl es eine treue Fangemeinde hinter sich versammeln konnte, blieb ihm der große kommerzielle Durchbruch verwehrt. Kritisch angemerkt wurde seinerzeit die englische Synchronisation, die durch eine starke Kompression auffiel und den Eindruck erweckte, als seien die Aufnahmen in einem metallischen Hohlraum entstanden. Letztlich bleibt es ein handwerklich überzeugendes, originelles Rollenspiel und eine unverwechselbare Bereicherung für die 128-Bit-Bibliothek des GameCube, die erst nach beinahe zwei Jahrzehnten durch eine moderne Neuauflage auf der Nintendo Switch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wurde.
Datenblatt
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