Backyard Wrestling: Don’t Try This at Home
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Ein rauer, umgebungsbasierter Brawler, der Schockwerte und zerstörbare Kulissen über traditionelles Wrestling stellte und vor allem durch seine Einbindung der Juggalo-Kultur und ungebremste Hardcore-Action in Erinnerung bleibt.
Beschreibung
Backyard Wrestling: Don’t Try This at Home markierte eine deutliche Abkehr von den polierten Arena-Spektakeln der WWE-Titel und versuchte stattdessen, das rohe, Low-Budget-Chaos der Independent-Hinterhofszene einzufangen. Das Spiel fungiert als Environmental Brawler, in dem die Umgebung genauso tödlich ist wie der Gegner selbst. Es bietet ein sandkastenartiges Gemetzel, das die Faszination der Ära für ‘extreme’ Subkulturen und den Schockfaktor während der PlayStation 2-Generation widerspiegelt.
Das Spielprinzip dreht sich um eine Auswahl realer Hardcore-Größen wie Sabu und Mad Man Pondo sowie Mitglieder der Insane Clown Posse. Im Gegensatz zu traditionellen Wrestling-Spielen gibt es hier weder Ringseile noch Schiedsrichter; die Kämpfe finden in interaktiven Schauplätzen wie Vorstadtgärten, Schlachthäusern und Einkaufszentren statt. Ein zentrales Element ist das ‘Hardcore’-Interaktionssystem, das es Spielern erlaubt, fast jeden Gegenstand in der Umgebung – von Glühbirnen über Stacheldraht bis hin zu Autohauben und Ziegelwänden – als Waffe einzusetzen. Die Struktur basiert auf einer ‘Talkshow’-Erzählweise, bei der sich Spieler durch verschiedene Orte kämpfen, wobei der Fokus klar auf riskanten Stunts und blutigen Aktionen liegt, anstatt auf technischem Grappling.
Technisch wurde die Entwicklung von einer frühen Version der State of Emergency-Engine geprägt, die modifiziert wurde, um die Vielzahl an zerstörbaren Objekten zu bewältigen. Dies führte zu Hürden: Während die Umgebungen beeindruckend zerlegbar waren, wirkte die Wrestling-Physik schwammig und vermisste die Wucht zeitgenössischer Genre-Vertreter, was oft in clipping-anfälligen Animationen resultierte. Eine weitere Herausforderung war das Echtzeit-System für Blut und blaue Flecken, das den körperlichen Tribut visualisieren sollte, aber oft zu einer verwaschenen Optik führte. Trotz dieser Schwächen setzte das Audio-Design mit seinem lizenzierten Nu-Metal- und Punk-Soundtrack ein Ausrufezeichen und fing die Aggression der MTV-Ära exakt ein.
Der Titel stieß auf geteiltes Echo; während Kritiker ihn oft als seichten Button-Masher abtaten, feierte die Zielgruppe die kompromisslose Gewalt. Die Fachpresse lobte zwar die neuartigen Umgebungs-Kills und den Soundtrack, kritisierte jedoch das Fehlen tieferer Ringmechaniken. Rückblickend betrachtet ist das Spiel weniger ein technischer Leckerbissen als vielmehr ein faszinierendes kulturelles Relikt. Es bleibt ein prägnantes Abbild der US-amerikanischen Gegenkultur der frühen 2000er Jahre und ein mutiges, wenn auch handwerklich ungeschliffenes Experiment im Bereich des Umgebungs-Kampfes.
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