Blast Chamber
Eine tödliche Puzzle-Box macht die Schwerkraft zum Feind und eine tickende Bombe zum Schiedsrichter. Ein scharfes, befremdliches Saturn-Spektakel, das auf Panik, Raumkontrolle und dem grausamen Vergnügen basiert, mitanzusehen, wie sich ein Raum gegen seine Insassen wendet.
Beschreibung
Blast Chamber sperrt seine Teilnehmer in kubische Todeskammern, in denen das Überleben davon abhängt, den Raum zu begreifen, bevor der Timer bei Null angelangt. Die Prämisse ist ebenso simpel wie grausam: Jeder Spieler trägt einen Sprengsatz, jede Kammer birgt einen Kristall, und jeder Fluchtweg ist in einer Welt verborgen, die erst Sinn ergibt, wenn der Raum rotiert wurde. Thematisch wirkt es wie eine im Fernsehen übertragene Bestrafungs-Show aus der Ära der harten 90er-Jahre-Science-Fiction, vollgepackt mit Druckplatten, synthetischen Stimmen, farbigen Anzügen und sofortigem Scheitern. Das Gameplay bietet ein Action-Puzzle für Solisten sowie eine kompetitive Arena-Erfahrung für bis zu vier Spieler, mit vierzig Einzelspielerkammern und einem Eliminator-Modus, der auf zwanzig Kampfräumen basiert. Der Spieler schnappt sich eine Kristallkugel, bringt sie zu einem Reaktor und nutzt grüne Pfeil-Kicker, um den gesamten Würfel um neunzig Grad zu drehen, wodurch Böden zu Wänden und Wände zu begehbaren Wegen werden. Stacheln, Ventilatoren, Plattformen, Fallen, irreführende Schalter und komplizierte Sichtlinien machen jede Kammer gleichermaßen zu einer Prüfung des Timings wie der Logik, während der Mehrspielermodus den Nervenkitzel durch Kristalldiebstahl, Timer-Manipulation, Rempler, Stürze und die ständige Bedrohung durch Mitspieler, die den Raum im ungünstigsten Moment rotieren, massiv steigert. Verwandtschaftlich am nächsten stehen dem Spiel die merkwürdigen 3D-Experimente jener Ära, in denen Entwickler versuchten, den polygonalen Raum zum zentralen Mechanik-Element zu machen. Es reiht sich tonal neben Loaded ein, erinnert thematisch an Smash T.V., bietet räumlichen Druck wie Intelligent Qube und die sadistische Multiplayer-Freude von Bomberman, bewahrt sich durch das Konzept der rotierenden Kammern jedoch eine deutlich härtere, eigenständige Identität. Blast Chamber wirkt weniger poliert, aber exzentrischer als viele andere Saturn-Titel. Die zeitgenössische Rezeption war gespalten, und die Kritiken reichten von harter Ablehnung bis zu starkem Lob. Während die Originalität des Konzepts anerkannt wurde, kritisierte man später oft die distanzierte Kamera, die raue 3D-Lesbarkeit und das fordernde Platforming. Rückblickend betrachtet ist es ein cleveres, wenn auch fehlerhaftes Stück Software über Panik, räumliches Verständnis und das nackte Überleben.
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