Medal of Honor: Rising Sun (Platinum)
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Ein cineastischer und ehrgeiziger Pazifikkriegs-Shooter, der durch seinen spektakulären Pearl-Harbor-Auftakt und die Pionierarbeit bei der Integration einer vollständigen kooperativen Kampagne in Erinnerung bleibt.
Beschreibung
Medal of Honor: Rising Sun verlagerte die langlebige Zweiter-Weltkriegs-Serie in den pazifischen Raum und fokussiert sich auf die erschütternden Ereignisse des Konflikts aus der Perspektive von Corporal Joseph Griffin. Der Titel schlägt einen persönlicheren und cineastischeren Ton an als seine Vorgänger und tauscht die europäischen Schlachtfelder der fünften Konsolengeneration gegen dichte Dschungelgebiete und Seekriegszenarien ein. Die Design-Philosophie setzte auf bombastische Inszenierungen und historische Atmosphäre, um auf dem Höhepunkt der Popularität der PlayStation 2 eine Art Hollywood-Interpretation des Krieges zu liefern.
Das Spielerlebnis konzentriert sich auf den Angriff auf Pearl Harbor sowie nachfolgende Feldzüge durch Guadalcanal und Singapur. Dieser Teil führte die Möglichkeit ein, Missionen mit einem KI-gesteuerten Trupp zu absolvieren – ein Mechanismus, der das Ausmaß der Gefechte vergrößern sollte. Besonders hervorzuheben ist die kooperative Kampagne für zwei Spieler, die es ermöglichte, die gesamte Geschichte gemeinsam zu bestreiten; eine Seltenheit für Ego-Shooter dieser Ära. Zudem bot das Spiel ein umfangreiches Multiplayer-Paket mit Unterstützung für bis zu vier Spieler im Split-Screen oder acht Spieler online, auf Karten von Flugzeugträgern bis hin zu tropischen Dörfern.
Auf technischer Ebene basierte die Entwicklung auf einer weiterentwickelten Version der Medal of Honor: Frontline-Engine, die nun komplexere Vegetations- und Wassereffekte berechnete. Die orchestrale Vertonung durch Christopher Lennertz setzte auf ein volles Live-Orchester, um die filmische Gravitas des Spiels zu untermauern. Die PlayStation 2-Version hatte jedoch mit technischen Hürden zu kämpfen, darunter eine ruckelnde Bildrate während der chaotischen Pearl-Harbor-Sequenz und eine deutlich geringere Sichtweite im Vergleich zum Xbox-Pendant. Auch die KI-Wegfindung erwies sich als schwierig: Da die Dschungelkarten deutlich dichter und weniger linear gestaltet waren als die Korridore der Vorgänger, blieben Gegner und Teamkameraden häufig am Terrain hängen oder reagierten nicht auf Aktionen des Spielers – eine bekannte Schwäche dieser Generation.
Nach der Veröffentlichung wurde Medal of Honor: Rising Sun gemischt, aber kommerziell erfolgreich aufgenommen; die hohen Produktionswerte wurden gelobt, die geringe Spieldauer hingegen kritisiert. Rezensenten feierten das spektakuläre Eröffnungslevel und den Koop-Modus, merkten jedoch an, dass sich das Gunplay im Vergleich zu aufstrebenden Titeln wie Halo oder Call of Duty bereits überholt anfühlte. Rückblickend betrachtet ist es ein Übergangstitel: Während das Ausmaß des Pazifikkrieges erfolgreich eingefangen wurde, markiert das Spiel für viele den Punkt, an dem die Serie ihre Vorherrschaft an modernere Shooter zu verlieren begann.
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