Micro Machines v4
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Ein nostalgischer und inhaltlich gewaltiger Arcade-Racer, der für seine gigantische Sammlung von über 700 Fahrzeugen und die gelungene Adaption der Battle-Race-Formel in die 3D-Ära geschätzt wird.
Beschreibung
Micro Machines v4 markierte die Rückkehr der legendären Spielzeug-Rennserie und war der erste große Konsolen-Auftritt seit der Ära der 32-Bit-Systeme. Der Titel fängt das turbulente Chaos der Wohnzimmer-Klassiker perfekt ein und kehrt den komplexen Simulations-Racern der damaligen Zeit den Rücken, um stattdessen auf chaotische Arcade-Action aus der Vogelperspektive inmitten alltäglicher Umgebungen zu setzen. Das Design konzentrierte sich dabei konsequent auf schieren Umfang und Sammelleidenschaft, gekrönt von einem Fuhrpark aus hunderten Miniatur-Fahrzeugen.
Das Spielprinzip dreht sich um das Rennen mit winzigen, wenige Zentimeter langen Flitzern durch überdimensionierte Haushaltsschauplätze wie Küchen, Hausdächer oder Billardtische. Diese Iteration legte einen massiven Fokus auf das Sammeln: Über 750 verschiedene Fahrzeuge können freigeschaltet, getauscht oder in risikoreichen Pink-Slip-Rennen sogar komplett verloren werden. Ein Herzstück bleibt der Battle-Modus, in dem Punkte erzielt werden, indem man den Gegnern so weit enteilt, dass sie vom Bildschirm gedrängt werden – ein Mechanismus, der das Herz der Serie ausmacht. Um dieses Vorhaben zu unterstützen, sind die Kurse mit über 20 Power-ups gespickt, darunter riesige Hämmer, Plasmakanonen und zielsuchende Raketen, die den klassischen Rennzirkus um eine taktische Komponente erweitern.
Technisch basiert der Titel auf der RenderWare-Engine, um die Vielzahl an interaktiven Objekten auf den Strecken darzustellen. Ein bemerkenswertes technisches Highlight ist der Streckeneditor, der es Spielern ermöglichte, eigene Routen zu entwerfen. Die PlayStation-2-Fassung kämpfte jedoch mit langen Ladezeiten und einem Kamerasystem, das bei vier Spielern in engen Kurven bisweilen den Überblick verlor. Neben der Unterstützung des Multitap für vier Spieler bot das Spiel einen geteilten Controller-Modus: Ein technischer Kompromiss, bei dem zwei Spieler ein einziges Gamepad nutzten, was oft eher in physischen Kämpfen als in digitalem Rennvergnügen endete.
Bei seinem Erscheinen erhielt Micro Machines v4 ein überwiegend positives Echo, insbesondere von Fans der 8- und 16-Bit-Ära. Während der enorme Umfang und das fantasievolle Leveldesign gelobt wurden, kritisierten manche Rezensenten, dass die Spielmechanik im Vergleich zu Titeln wie Mashed kaum Fortschritte gemacht hatte. Im PAL-Raum war die Aufnahme besonders wohlwollend, was nicht zuletzt an der dort stark verwurzelten Nostalgie lag. Rückblickend betrachtet ist das Spiel ein inhaltlich pralles Vermächtnis der klassischen Ära, das für seinen ungezwungenen Partyspaß und die schiere Vielfalt seiner Miniatur-Autos in Erinnerung bleibt.
Datenblatt
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