Dreamcast
Die erste Konsole der sechsten Generation, die den Fokus auf anspruchsvolle 3D-Grafik und Online-Konnektivität legte. Sie markiert Segas finalen Auftritt als Hardware-Hersteller und einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte des vernetzten Spielens. Hierbei handelt es sich um eine PAL-Konsole der ersten Verkaufswelle für den australischen Markt.
Beschreibung
Die Dreamcast präsentiert sich in einem kompakten weißen Gehäuse, ausgestattet mit einem frontseitigen GD-ROM-Laufwerk, vier Controller-Anschlüssen sowie einem modularen Erweiterungsschacht für diverses Zubehör. Die technische Architektur basiert auf einer Hitachi SH-4 32-Bit RISC-CPU mit 200 MHz Taktfrequenz, flankiert von einem PowerVR2 CLX2 Grafikprozessor, der hardwarebeschleunigtes 3D-Rendering mit fortschrittlichen Verfahren wie Bump Mapping und Anti-Aliasing ermöglicht. Der Arbeitsspeicher umfasst 16 MB RAM, ergänzt durch 8 MB Grafikspeicher und 2 MB Audiospeicher für hochauflösende Klang- und Bildwelten. Die akustische Aufbereitung übernimmt ein auf dem ARM7-Design basierender Yamaha AICA-Chip, der 64 Kanäle für PCM- und ADPCM-Wiedergabe unterstützt.
Die Datenspeicherung erfolgt auf GD-ROMs mit einer Kapazität von bis zu 1 GB, während Spielstände auf austauschbaren Visual Memory Units (VMUs) gesichert werden, die zugleich als portable Mini-Konsolen dienen. Die Videoausgabe unterstützt Auflösungen bis zu 480p mittels VGA-Adapter, neben den üblichen Composite- und RGB-Signalen. Ein prägendes Merkmal ist die Konnektivität: Der modulare Modem-Schacht bot je nach Region 33,6 kbps – wie in den PAL-Gebieten und Japan üblich – oder 56 kbps in Nordamerika, mit später erhältlichen Breitbandadaptern als Option.
Die Dreamcast wurde ihrerzeit für ihre technischen Fähigkeiten, die originalgetreuen Arcade-Portierungen und ihre wegweisenden Online-Funktionen geschätzt. In der Rückschau gilt sie als visionäre Plattform, die das Konsolendesign nachhaltig beeinflusste und trotz ihres kurzen kommerziellen Zyklus aufgrund ihres unverwechselbaren Softwarekatalogs einen legendären Status genießt.
Bei dem vorliegenden Exemplar handelt es sich um eine PAL-Konsole für den australischen Markt, die kurz nach dem dortigen Verkaufsstart erworben wurde. Sie stammt aus dem Besitz eines Freundes, der damals eine Filiale einer großen Einzelhandelskette leitete. Ich erhielt einen Gutschein über 200 Dollar vom lokalen Vertrieb, der eigentlich als Wettbewerbspreis vorgesehen war – die Hintergründe waren damals etwas undurchsichtig. Da dieses Gerät aus der ersten Auslieferungswelle stammte, lag die lokalisierte Version des DreamKey-Browsers nicht bei. Dieser wurde aufgrund von Verzögerungen bei den kommerziellen Kommunikationspartnern des Distributors erst zu einem späteren Zeitpunkt per Post nachgereicht. Der australische Start war insgesamt eine recht holprige Angelegenheit.
Datenblatt
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