Sengoku Turb
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Ein surreales Action-RPG, das Spieler in einen Krieg zwischen Katzen und Schafen auf einem fernen Planeten wirft. Es verbindet unkomplizierte Schlachtfeld-Action mit bizarrer Komik, Low-Poly-Grafik und Charakterdesigns im Stile von Tamagotchi.
Beschreibung
Sengoku Turb zählt zu den skurrilsten Rollenspiel-Exoten der Dreamcast-Ära; eine 3D-Neuinterpretation eines PC-98-Shareware-Titels der Doujin-Gruppe Bio_100%. Die Handlung entführt auf den Planeten Raiyon, der in einem ewigen Konflikt zwischen Katzen- und Schafsstämmen gefangen ist. Wir schlüpfen in die Rolle von Jino, einer jungen Frau, die in dieser fremden Welt landet und sich den Katzen anschließt, um die Schafsbedrohung abzuwehren. Die Präsentation setzt bewusst auf Rohheit: Die Charaktere bestehen aus groben Polygonen, die Umgebungen nutzen sich wiederholende Texturen und die Dialoge klingen wie rückwärts abgespieltes Kauderwelsch. Diese Ästhetik, gepaart mit den Entwürfen von Yoko Kuroyanagi (bekannt durch Tamagotchi), verleiht dem Spiel einen kindlich-skizzenhaften Charme, der einen bizarren Kontrast zum beißenden und oft absurden Tonfall bildet.
Das Spielgeschehen findet auf weitläufigen Schlachtfeldern statt, auf denen der Spieler an der Seite von KI-gesteuerten Katzensoldaten kämpft. Das Kampfsystem ist simpel – Hauen, Stechen und Schießen, bis die feindliche Herde ausgelöscht ist – wird jedoch durch exzentrische Waffen wie Eiswaffeln, Trommeln und Fahnen als Kopfschmuck aufgelockert. Spieler können Tiere wie Bären oder Hasen einfangen und versuchen, diese in Katzen zu verwandeln, um die eigene Armee zu stärken, was bisweilen zu deformierten, aber liebenswerten Verbündeten führt. Stat-steigernde Feen namens „Tainyan“ werden konsumiert, anstatt sie als Freunde zu gewinnen – eine Persiflage auf klassische RPG-Konventionen. Das Ergebnis fühlt sich an wie eine Parodie auf Musou-Massenschlachten und traditionelle Fantasy-Rollenspiele zugleich, wobei das Spiel stets im Unklaren lässt, ob die beabsichtigte Ungeschicklichkeit kalkuliert ist oder nicht.
Trotz der Ecken und Kanten hat sich Sengoku Turb den Status eines Kultobjekts erarbeitet. Es besticht durch seine schiere Exzentrik: Es wirkt wie ein halbfertiges Spielzeug, spielt sich wie ein reduziertes Dynasty Warriors und überzeugt dennoch durch schrägen Humor und kompromisslose Eigenwilligkeit. Genau das war es, was mich damals in seinen Bann zog. Ein Zeugnis des experimentellen Geistes der japanischen Indie-Szene der späten 1990er, die auf Segas damalige High-End-Konsole traf.
Datenblatt
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