MX vs. ATV Untamed
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Ein umfangreicher und abwechslungsreicher Racer, der für seine gewaltige „X-Cross“-Meisterschaft und als technisch strapaziertes finales Kapitel der Serie auf der PlayStation 2 in Erinnerung bleibt.
Beschreibung
MX vs. ATV Untamed markiert den Abschluss der Offroad-Reihe auf der PlayStation 2 und bietet eine erweiterte Cross-Disziplin-Turnierstruktur, die eine größere Vielfalt an Fahrzeugklassen umfasst als seine Vorgänger. Dieser Titel fängt den Zenit der Extremsport-Ära ein und rückt von den reinen Motocross-Rennen der frühen 2000er ab, hin zu einem vielseitigen „X-Cross“-Erlebnis, bei dem Motorräder gegen Monster Trucks und Sand-Rails antreten. Das Design setzt konsequent auf Masse und Varianz, um während der letzten Jahre des regulären Konsolen-Supports eine umfassende Offroad-Spielwiese zu bieten.
Das Spielprinzip zentriert sich um das X-Cross-Turnier, einen massiven Karrieremodus, der acht einzigartige Rennserien – darunter Endurocross, Opencross, Supercross und Supermoto – in einer einzigen Meisterschaft vereint. Mit dieser Iteration wurden neue Event-Typen eingeführt, allen voran Endurocross, das die Spieler dazu zwingt, Indoor-Strecken voller Felsbrocken, Baumstämme und Wasserhindernisse zu meistern. Ein herausragendes Merkmal ist die verfeinerte „Rhythm Racing“-Engine, die die bewährte Pre-Load- und Kupplungsmechanik beibehält, aber durch gasbasierte Power-Slides und neue „Scrub“-Animationen ergänzt wurde, um in engen Kurven das Tempo zu halten. Zudem bietet das Spiel ein umfangreiches Anpassungssystem mit über 100 lizenzierten Sponsorenteilen zur Modifikation von Leistung und Ästhetik.
Die Entwicklung der PlayStation 2-Version wurde von Incinerator Studios (einer Tochtergesellschaft von THQ) übernommen, während sich das ursprüngliche Studio, Rainbow Studios, auf die Ableger der siebten Konsolengeneration konzentrierte. Ein beachtlicher Pluspunkt war der Erhalt des Online-Modus für 6 Spieler – eine respektable Leistung für einen Titel am Ende des Lebenszyklus der PS2, die disziplinübergreifende Wettbewerbe in den weitläufigen Umgebungen ermöglichte. Dennoch stieß die Umsetzung an technische Grenzen: Die Texturauflösung war grob und die Anzahl der gleichzeitig dargestellten Charaktere bei „Monster Mash“-Events deutlich geringer als in den HD-Versionen. Kritiker und Fans bemängelten zudem, dass sich das Fahrphysik-Handling auf der PS2 deutlich schwammiger und weniger direkt anfühlte als beim Vorgänger Unleashed; die Fahrzeuge wirkten bei Sprüngen oft wie ‚Ballons‘. Dies war eine direkte Folge der Herunterskalierung der komplexen Next-Gen-Physik auf die alternde PS2-CPU.
Nach der Veröffentlichung erhielt MX vs. ATV Untamed auf der PlayStation 2 gemischte bis negative Kritiken; viele Rezensenten sahen darin einen technischen Downgrade, dem der Feinschliff der Glanzzeiten der Serie fehlte. Zwar wurden der enorme Umfang und die neuen Endurocross-Elemente gelobt, doch die instabile Bildrate und die langen Ladezeiten trübten das Spielerlebnis im Vergleich zu den älteren Titeln. Besonders die Modi „Free Ride“ und „Ski Jump“ überzeugten durch ihren entspannten Arcade-Charakter, doch der Titel markierte unmissverständlich den Fokuswechsel des Entwicklers weg von der PS2-Plattform. Rückblickend betrachtet ist es ein inhaltlich reiches, aber technisch kompromittiertes Abschiedsgeschenk an das System.
Datenblatt
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