Devil’s Third
Ein Third-Person-Actionspiel, das Ego-Shooter-Elemente mit intensivem Nahkampf durch Schwerter und Äxte verknüpft. Die ungestüme Mischung aus militärischem Feuergefecht und brutalen Schlagabtauschen verleiht dem Titel trotz massiver technischer Defizite einen Sonderstatus im Wii-U-Katalog.
Beschreibung
Devil’s Third folgt Ivan, einem tätowierten Ex-Söldner, dessen Haft endet, als eine Kette herabstürzender Satelliten den Großteil der globalen Kommunikations- und Militärinfrastruktur zerstört. Rekrutiert, um seine ehemaligen Kameraden der terroristischen Vereinigung ‘School of Democracy’ zur Strecke zu bringen, kämpft sich Ivan durch Gefängnisse, Städte und Kriegsgebiete. Die Handlung inszeniert sich mit der forschen Attitüde eines 80er-Jahre-Actionfilms: Verrat, militärisches Imponiergehabe und ein Protagonist, der die globale Katastrophe mit Schlagzeug, trockenem Humor und kompromissloser Härte beantwortet.
Die Kamera folgt Ivan in der Third-Person-Perspektive bei Bewegung und Nahkampf, schaltet jedoch in die Ego-Ansicht, sobald der Spieler zielt. Pistolen, Gewehre, Schrotflinten und Explosivwaffen flankieren den Fernkampf, während Schwerter, Messer und improvisierte Schlagwaffen verkettete Schläge, Konter und filmreife Takedowns ermöglichen. Ivan kann rennen, rutschen, klettern und fließend zwischen Feuergefechten und Nahkampf wechseln. Die ursprüngliche Online-Komponente bot Gefechte für bis zu sechzehn Spieler, Clan-gesteuerte Territorien und ausgefallene Modi wie ‘Chickens’ oder ‘Cargo Capture’. Die Handschrift von Regisseur Tomonobu Itagaki – bekannt für Ninja Gaiden und Dead or Alive – ist unverkennbar: der unbedingte Wille, flüssige Bewegung und Nahkampf mit konventionellen Schusswaffen zu vereinen. Ursprünglich als Projekt für PlayStation 3 und Xbox 360 unter THQ begonnen, sicherte Nintendo das Spiel nach dem Zusammenbruch des Publishers als exklusiven Wii-U-Titel.
Die zeitgenössische Kritik war harsch; moniert wurden instabile Performance, veraltete Optik und unpräzises Trefferfeedback. Während das Online-System durch seine ungewöhnlichen Modi durchaus Zuspruch fand, stellte Nintendo die Wii-U-Server Ende 2016 ein, wodurch nur noch die Einzelspielerkampagne spielbar ist. Heute gilt Devil’s Third als fehlerbehaftetes Kultobjekt, als seltenes physisches Sammlerstück und als das letzte von Itagaki geleitete Werk, dessen Wagemut bei Liebhabern höher gewichtet wird als die technische Umsetzung. Ein Spiel, das das Ende der Zivilisation mit Klingen und Blei kommentiert.
Datenblatt
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