Splashdown
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Ein visuell beeindruckendes Wasserrennspiel, das für seine wegweisende Wasserphysik-Engine in Erinnerung bleibt und die direkte Antwort der PlayStation 2 auf Nintendos Wave Race-Reihe darstellte.
Beschreibung
Mit Splashdown nutzten Rainbow Studios ihre fundierte Erfahrung im Bereich physikbasierter Rennspiele – etabliert durch Motocross Madness –, um eine der seinerzeit realistischsten Wasserdarstellungen auf der PlayStation 2 zu erschaffen. Das von Infogrames (später in Atari umbenannt) veröffentlichte Spiel fungierte als technisches Aushängeschild für die Emotion Engine der Konsole. Es fing den Boom der Extremsportarten zur Jahrtausendwende ein und rückte vom arcadelastigen Schwebegefühl von Titeln wie Jet Moto ab. Stattdessen setzte man auf einen simulationsorientierten Ansatz, bei dem die Wellenbildung direkten Einfluss auf das Fahrverhalten nimmt. Die Designphilosophie legte den Fokus auf Umgebungsinteraktion und machte den Titel zum ersten großen Spiel mit offiziell lizenzierten Sea-Doo-Wasserfahrzeugen.
Das Spielerlebnis basiert auf dem Befahren dynamischer Kurse, deren Wasseroberfläche durch den Sog der Konkurrenten und Umwelteinflüsse stetig in Bewegung bleibt. Eingeführt wurde hierbei die „Hydro“-Anzeige, eine Risiko-Belohnungs-Mechanik, bei der Spieler durch Stunts wie Fassrollen oder Tauchmanöver einen Boost-Balken füllen müssen, um Höchstgeschwindigkeit und Stabilität zu erhöhen. Der Fortschritt findet in einem fordernden Karrieremodus über vier Schwierigkeitsgrade hinweg statt, der den Spieler an diverse Orte wie Loch Ness, den Nil oder das Great Barrier Reef führt. Ein markantes Merkmal ist das Bojensystem, das präzises Slalomfahren erfordert; verpasst man die korrekte Seite, geht der Motor aus – ein Anspruch an technisches Feingefühl, der an professionellen alpinen Skisport erinnert.
Der Titel basierte auf einer proprietären Fluiddynamik-Engine, die Lichtbrechung auf Wellen ermöglichte und die 3D-Modelle der Fahrer physisch beeinflusste. Anders als bei vielen zeitgenössischen Spielen, bei denen Wasser lediglich eine flache Textur darstellte, besaßen die Wellen hier echtes Volumen und Masse. Die Komplexität der Berechnungen führte im Split-Screen-Modus jedoch gelegentlich zu spürbaren Einbrüchen der Bildrate. Als kreative Lösung für technische Begrenzungen bei der Streckenbegrenzung implementierten die Entwickler ein humorvolles Seemonster – eine Anspielung auf die Kanone aus Motocross Madness –, das vom Kurs abgekommene Fahrer unter Wasser zog.
Bei seiner Veröffentlichung erntete Splashdown viel Kritikerlob; vereinzelt wurde es gar über das Wave Race: Blue Storm für den GameCube gestellt. Besonders die grafische Wasserumsetzung und die präzise Steuerung wurden hervorgehoben, während das Trick-System im Vergleich zu SSX als etwas limitiert wahrgenommen wurde. Besonders in PAL-Regionen war der Erfolg groß, wo es sich als Platinum-Titel etablierte. Rückblickend markiert es einen Höhepunkt für Rainbow Studios, der Standards in der Flüssigkeitssimulation setzte, die bis zur nächsten Konsolengeneration kaum erreicht wurden.
Sammlerhinweis: Die britische Version wurde in Australien sowohl offiziell umgelabelt als auch als Import vertrieben. Der lokale Distributor hielt den Titel aus rein geschäftlichen Gründen bis zum 28. November 2003 zurück, um ihn anschließend als Budget-Titel für 30 Dollar auf den Markt zu bringen.
Datenblatt
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