Sega Saturn Modem
セガサターン モデム-
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Eine wegweisende Netzwerk-Peripherie, die den Sega Saturn in ein multifunktionales Internet-Terminal verwandelte und sowohl digitale Kommunikation als auch kompetitives Online-Gaming über die bestehende japanische Telekommunikationsinfrastruktur ermöglichte. Es dient als entscheidende technische Grundlage für die voll integrierten Online-Ökosysteme der späteren Generationen.
Beschreibung
Das Sega Saturn Modem ist ein 14,4-kbit/s-Einwahlmodem, das direkt über den Modulschacht an der Oberseite der Konsole angeschlossen wird. Im Gegensatz zum westlichen Pendant, dem NetLink, verfügt die japanische Variante über ein charakteristisches Gehäuse mit einem dedizierten Steckplatz für ein Smartcard-Lesegerät. Dies ermöglichte es Nutzern, mit Prepaid-Karten, den sogenannten Saturn Media Cards, Online-Zugänge und Spielguthaben zu erwerben – ein Spiegelbild der spezifischen Konsumgewohnheiten des japanischen Marktes Mitte der 90er Jahre. Obwohl Einwahlverbindungen bei japanischen Konsolen nichts Neues waren (bereits Famicom und Mega Drive boten Modems), markierte dies das erste Mal, dass ein Konsolenhersteller Online-Gaming offiziell implementierte.
Die Bibliothek für das japanische Modem war deutlich umfangreicher als ihre internationalen Gegenstücke, mit einer Vielzahl spezialisierter “for SegaNet”-Versionen, die entweder mit der Hardware gebündelt oder als eigenständige technische Updates vertrieben wurden. Beginnend mit Virtua Fighter Remix gab es mehrere maßgebliche Titel mit Online-Support, darunter Daytona USA, Saturn Bomberman, Puyo Puyo Sun, DecAthlete und Virtual On. Zudem bot die Konsole zahlreiche nicht-spielerische Anwendungen für die Internetnutzung. Pad Nifty fungierte als Terminal-Emulator für Fujitsus NIFTY-Serve (damals Japans größter Online-Dienst), Habitat II war eine grafische virtuelle Welt, in der Spieler in einem persistenten digitalen Raum interagieren konnten, und Sega Saturn Internet Vol 1 & 2 stellten einen Webbrowser zur Verfügung, zu einer Zeit, als das World Wide Web noch in den Kinderschuhen steckte.
Das Modem entfaltete sein volles Potenzial im Zusammenspiel mit einer Reihe produktivitätsorientierter Peripheriegeräte, die den Saturn in eine ernsthafte Computer-Alternative verwandelten. Dazu gehörten die Saturn Keyboard und die Shuttle Mouse, die für die Navigation im frühen Web und das Verfassen von E-Mails über die Sega Saturn Internet-Software unerlässlich waren. Ergänzt wurde dies durch das Floppy Disk Drive (HSS-0128), das die Begrenzungen des internen Konsolenspeichers umging, sowie einen Druckerkabel-Konverter, der es ermöglichte, den Saturn mit Standard-Parallel-Druckern zu verbinden, um Webseiten oder empfangene Nachrichten auszudrucken.
Der Online-Dienst des Saturn fungierte als umfangreiches Laboratorium für Segas zukünftige Netzwerk-Strategie. Er etablierte die Markenführung und die Infrastruktur für Benutzerkonten, die später für SegaNet auf dem Dreamcast und die Dricas-Dienste verfeinert wurden. Die technischen Hürden, die beim Saturn überwunden wurden – insbesondere das Latenzmanagement bei Online-Partien und die Entwicklung spezialisierter Browser – legten das Fundament für den Dreamcast. Rückblickend war das Sega Saturn Modem der Startpunkt der vernetzten Konsole und ebnete den Weg für die Philosophie des “Always-Online”, die nachfolgende Generationen definierte.
Datenblatt
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