D no Shokutaku
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Ein unheimliches, wegweisendes psychologisches Horror-Adventure im Stil eines interaktiven Films, unter der Regie von Kenji Eno. Der Titel lässt sich wörtlich als „D’s Esstisch“ übersetzen, wobei der Tisch als Metapher für Familie und Geheimnisse fungiert. International schlicht als „D“ bekannt, markiert das Spiel einen transgressiven Meilenstein der frühen 3D-Ära und reizte die Speicherkapazität optischer Medien aus, um ein vollständig vorgerendertes, frühes Beispiel für filmische Erzählkunst in Videospielen zu liefern.
Beschreibung
D no Shokutaku begleitet Laura Harris, nachdem sie den Anruf erhält, dass ihr Vater, ein angesehener Arzt, plötzlich zum Mörder wurde und sich in einem Krankenhaus verschanzt hat. Beim Betreten des Gebäudes findet sich Laura in einem surrealen, gotischen Schloss wieder, das sich als physische Manifestation der dunklen Geschichte ihrer Familie entpuppt. Die Erzählung befasst sich mit Themen wie Kannibalismus, Reinkarnation und familiären Traumata, vermittelt durch knappe Dialoge und verstörende visuelle Eindrücke. Die Atmosphäre ist von einer bedrückenden Isolation geprägt, definiert durch langsame, bewusste Kamerabewegungen und einen minimalistischen Soundtrack, der die Spannung in jedem leeren Korridor steigert.
Das Gameplay ist ein Echtzeit-Experiment in Sachen Spannung und erlegt dem Spieler bekanntermaßen ein striktes zweistündiges Zeitlimit auf – ohne Pausen- oder Speicherfunktion. Die Navigation erfolgt durch vorgerenderte FMV-Sequenzen, bei denen der Spieler Wege wählt und mit Objekten interagiert, um Rätsel zu lösen. Die Mechanik basiert auf einer Ego-Perspektive, in der Hinweise untersucht, das Inventar verwaltet und gelegentlich auf zeitkritische Ereignisse reagiert werden muss. Technologisch war das Spiel seiner Zeit weit voraus und nutzte High-End-Workstations von Silicon Graphics, um Charaktermodelle und Umgebungen zu generieren, die die Möglichkeiten der damaligen Heimkonsolen bei weitem übertrafen.
Dieser Titel ist das grundlegende Werk des verstorbenen Kenji Eno und seines Studios WARP. Er begründete ein Vermächtnis avantgardistischen Spieldesigns, das gängige Branchennormen infrage stellte. Ursprünglich als Vorzeigetitel für das 3DO entwickelt, trug die erfolgreiche Portierung auf den Sega Saturn und die PlayStation dazu bei, die Survival-Horror-Ästhetik an der Seite von Resident Evil zu definieren. Die Figur Laura Harris wurde für WARP zu einer Art digitalen Schauspielerin und trat im spirituellen Nachfolger Enemy Zero sowie im direkten, wenn auch mechanisch anderen Nachfolger D no Shokutaku 2 (D2) auf dem Dreamcast auf. Es bleibt ein einzigartiges Beispiel für ein „filmisches“ Spielerlebnis, das die Vision des Regisseurs über den Komfort des Spielers stellte.
Datenblatt
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