Street Racer
Eine erweiterte 32-Bit-Version des Kart-Combat-Racers mit 24 Strecken, fünf Modi und einem Split-Screen-Modus für bis zu acht Spieler, was es zu einem ungewöhnlichen Mehrspieler-Erlebnis macht. Ausschließlich für PAL- und NTSC-J-Regionen erschienen.
Beschreibung
Street Racer war Teil der Strategie von Ubi Soft, ihre 16-Bit-Marken in das 32-Bit-Zeitalter zu überführen, nachdem der Titel bereits auf SNES, Mega Drive, Amiga und PlayStation erschienen war. Das Spiel folgt der von Nintendos Super Mario Kart etablierten Formel und verbindet Arcade-Rennen mit Kampfmechaniken. Zur Auswahl stehen acht exzentrische Charaktere, die jeweils über eigene Fahrzeuge und thematisch gestaltete Strecken verfügen.
Im Grunde bedeutet dies, dass ein 16-Bit-Spiel auf die nahezu unbegrenzte Rechenleistung der dualen 32-Bit-CPUs des Saturn losgelassen wurde. Diese Saturn-Edition bot 24 Strecken in verschiedenen Umgebungen sowie fünf Spielmodi: Championship, Single Race, Time Trial, Rumble (ein Battle-Modus) und Soccer (ein origineller Modus, in dem man einen riesigen Ball in Tore befördern muss). Grafisch bot die Saturn-Version gegenüber den 16-Bit-Originalen flüssigeres Scaling, kräftigere Farben und detailliertere Hintergründe, auch wenn Kritiker anmerkten, dass es im Vergleich zu zeitgenössischen 3D-Racern wie Sega Rally Championship oder Daytona USA bereits damals veraltet wirkte. Meiner Ansicht nach ist dies jedoch ein weiterer Fall von verzweifeltem Drang zum 3D-Format, bevor die Hardware wirklich bereit war – im Gegensatz zur 2D-Grafik, die auf dem Saturn ihren Zenit erreichte. Ironischerweise sind diese 2D-Titel gut gealtert, während die meisten frühen 3D-Spiele stark gealtert sind. Das Spiel unterstützte bis zu acht Spieler gleichzeitig, was den Einsatz von zwei 6-Player-Adaptern voraussetzte, wobei die Übersicht im Split-Screen verständlicherweise begrenzt war.
Die zeitgenössische Kritik war gespalten. Trotz der Streckenvielfalt und des chaotischen Mehrspieler-Spaßes wurde es als einfallsloser Mario Kart-Klon wahrgenommen, der Schwierigkeiten hatte, sich gegen Segas eigene Rennspiel-Schwergewichte zu behaupten. Rückblickend hat sich diese Sichtweise gewandelt. Street Racer Extra erweiterte die Formel substanziell und bot einen 8-Spieler-Split-Screen – eine Funktion, die selbst Super Mario Kart (nur zwei Spieler) oder gar der spätere Release Mario Kart 64 nicht in diesem Umfang boten. Während das Augenmerk damals auf der bahnbrechenden Verlagerung in den 3D-Raum lag, haben viele dieser frühen 3D-Spiele die Zeit nur schlecht überdauert; hochentwickelte 2D-Titel jener Ära hingegen wirken heute weitaus polierter und beständiger.
Datenblatt
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