Stuntman (Platinum)

Eine schonungslos präzise Fahrsimulation, die durch ihre einzigartige Filmset-Struktur besticht und als spiritueller Nachfolger der Fahrphysik der ursprünglichen Driver-Serie gilt.

Beschreibung

Mit Stuntman vollzog Reflections Interactive einen radikalen Kurswechsel weg von der Open-World-Kriminalitätsformel von Driver hin zu einer streng linearen, zielbasierten Erfahrung, die den nervenaufreibenden Alltag eines Hollywood-Stuntmans simuliert. Der Titel greift die damalige Faszination der Branche für ‘Behind-the-Scenes’-DVD-Extras auf und opfert die Freiheit des freien Umherfahrens zugunsten starrer, choreografierter Set-Stücke. Dies spiegelt eine Design-Philosophie wider, die Präzision durch Trial-and-Error und cineastisches Flair in den Vordergrund stellt und sich durch den Anspruch auf Perfektion deutlich von den Arcade-Racern der Ära abhebt.

Das Gameplay konzentriert sich auf einen Karrieremodus, in dem Spieler Stunts für sechs fiktive Filme absolvieren, darunter das von Guy Ritchie inspirierte Toothless in Wapping und die Dukes of Hazzard-Parodie A Whoopin’ and a Hollerin’. Anders als bei traditionellen Rennspielen wird der Erfolg von einem Regisseur diktiert, der Kommandos bellt („Links! Drüber! Sprung! Action!“), welche auf die Millisekunde genau ausgeführt werden müssen. Das Verfehlen einer Marke oder ein Crash führt zum sofortigen „Cut!“ und einem erzwungenen Neustart. Diese Version führte zudem den Stunt Constructor ein, einen Arena-Modus, in dem Spieler Requisiten (Rampen, Loopings, Feuerringe) freischalten konnten, um ihre eigenen physikalisch unmöglichen Kurse zu entwerfen.

Die Entwicklung basierte auf einer weiterentwickelten Version der Driver-Physics-Engine, was den Fahrzeugen ein charakteristisches, „schweres“ und federungsfokussiertes Handling verlieh. Ein Kernmerkmal war das Replay-System, das es Spielern ermöglichte, ihre gelungenen Szenen mit dramatischen Kamerawinkeln und visuellen Filtern geschnitten als Kinotrailer zu betrachten. Die PlayStation 2-Fassung litt jedoch unter massiven Mängeln, allen voran die quälenden Ladezeiten zwischen den Versuchen; da das Spiel Dutzende Anläufe für eine perfekte Szene verlangte, wurden die 20 bis 30 Sekunden langen Wartezeiten für Spieler zu einer echten Belastung. Die PAL-Version gilt zudem als „fauler“ Port, der mit 50Hz läuft und im Vergleich zum NTSC-Pendant eine langsamere Spielgeschwindigkeit aufweist, was insbesondere bei den KI-Fahrzeugen spürbar ist.

Stuntman stieß auf eine polarisierte Resonanz: Kritiker waren zwiegespalten zwischen der Brillanz des Konzepts und der Brutalität der Umsetzung. Während Fachmagazine die realistische Fahrzeugphysik und das befriedigende Gefühl, einen Take perfekt abzuschließen, lobten, kritisierten sie häufig die unerbittliche Lernkurve und die „Trial-and-Loading-Screen“-Schleife. Bei eingefleischten Rennspiel-Fans, die die Simulationsaspekte zu schätzen wussten, kam der Titel besser an, während Gelegenheitsspieler die strikte Bestanden-oder-Nicht-Mechanik oft als überfordernd empfanden. Rückblickend gilt der Titel als Kultklassiker mit einer brillanten Prämisse, der vor allem für seine steile Herausforderung in Erinnerung geblieben ist. Veröffentlicht von Infogrames (unter der Marke Atari) im Jahr 2002, wurde diese britische Platinum-Version für den australischen Markt neu aufgelegt.

Datenblatt

Artikelname
  • Stuntman (Platinum)
Artikelcode
  • SLES-50288
Artikelnummer
  • 3546430106877
Typ
Genre
Merkmale
Region
Gebiet
Verpackung
Dokumentation
Entwickler
Verlag
Vertrieb
Medium
Spieler
Altersfreigabe
Veröffentlichungsdatum
Hinzugefügt am
  • 17. Februar 2026